Das Banjo

Das FÜNFSAITIGE BANJO ist abhängig von der Spielweise vorrangig ein Melodieinstrument. Es gibt selten akkordbestimmende Basstöne; es klingen lediglich angedeutete Akkorde, die sich im Picking oder Scatching verbergen. Der Ton der fünften Saite wird oft durchgehend als Drone (engl. für Drohne, Summen) verwendet.

Es gibt aber auch die Möglichkeit das Banjo ähnlich wie eine Gitarre zum Melodiespiel oder zur Begleitung zu nutzen.

Für das Banjo habe ich nur ausgewählte Musikstücke bearbeitet.

Es gibt fünfsaitige Banjos in unterschiedlichen Tonlagen.

Das Standard-Banjo hat eine Mensur von ca.650 mm und ist vorrangig im G-Akkord (gDGBD) gestimmt.

Das Longneck-Banjo, eine Erfindung von Pete Seeger, hat einen um drei Bünde verlängerten Hals, eine Mensur von ca.800 mm und ist entsprechend im E-Akkord (eBEG#B) gestimmt.

Theoretisch ist jede praktikable Halslänge denkbar.

Ich habe außer den oben beschriebenen ein Banjo mit einer Mensur von 680 mm, das ich durch die Verwendung stärkerer Saiten im D-Akkord (dADF#A) stimmen kann.

Durch einen Kapodaster lässt sich die Tonlage und die Tonart vielfältig verändern.

Es ist üblich verschiedene Banjo-Stimmungen zu benutzen.

Ich verwende folgende:

DROP-DOWN-STIMMUNG

(CM9) (G)

D

B

G

C———–D

g

AKKORD-STIMMUNGEN

(C9)(Cm)(C) (G4)(G)(Gm) (D)(Dm)

DEbE———–D D

C CBBb——-A

G G———–F#F

C———–D D

g———–f#f

Die Stimmung der fünften Saite kann von den oben angegebenen abweichen.

Eine andere Möglichkeit, die Akkord-Stimmungen zu bezeichnen ist die nach den Basis-Akkorden der Standard-Gitarre*:

(D9)(Dm)(D) (A4)(A)(Am) (E)(Em)

*)Basis-Akkorde der Standard-Gitarre

Em Gm Am Cm Dm

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Der Vorteil dieser Bezeichnung, die ich im Folgenden verwende, liegt darin, dass ein Gitarrenspieler sofort die Intervallstruktur der Stimmung erkennt.

Die wirkliche Tonart wird durch die Tonlage der Banjos und gegebenenfalls die Position eines Kapodasters bestimmt.

Auf den Banjo-Spielblättern ist die Saitenstimmung mit den direkten Tonhöhen angegeben, sodass man auf die Stimmung und den Bund für den Kapodaster zurückrechnen muss.

Das Banjo ist der Gitarre in Aufbau und Spielweise ähnlich.

So lassen sich fast alle Gitarrentechniken anwenden.

Die meisten Banjotypen haben vier Saiten. Die zusätzliche Saite ist eine Besonderheit, die für die speziellen Spielweisen des fünfsaitigen Banjos erforderlich ist. Sie dient vor allem der Begleitung und verleiht dem Banjo einen unverwechselbaren Klang.

MELODIE

M

Die Melodie wird meist mit dem Zeigefinger gespielt. Die Saite kann nach oben gezupft oder mit der Nageloberseite nach unten angeschlagen werden. Es ist auch ein Wechselanschlag möglich bei dem der Nagel wie ein Plektrum benutzt wird.

Beim Three Finger Picking sind Daumen, Zeigefinger und Mittel-finger gleichberechtigt am Melodiespiel beteiligt.

Für das Melodiespiel auf dem Banjo sind Hammering on, Pulling off und Slide charakteristisch.

Z↓

Z↑

Z↑↓

D↑Z↓M↓

P

H

SL

Scatching

scr

Scatching (engl. für Kratzen) bezeichnet das gemeinsame Abwärts-schlagen der Finger auf die Diskantsaiten im Zusammenspiel mit dem Zeigefinger, der die Melodie oder eine Begleitmelodie spielt.

Die fünfte Saite wird mit dem Daumen angeschlagen.

MR↑

Z↓

D↑

Clawhammer

Style

claw

Es besondere Anschlagsweise ist der Clawhammer Style (claw engl. Kralle). Die Hand wird wie eine Kralle geformt und der Zeige-finger schlägt mit der Nagel-oberseite die Saiten nach unten an. Die fünfte Saite wird mit dem Daumen angeschlagen

Z↑

D↑

Double Thumbing

dth

Beim Double Thumbing spielen der Daumen und der Zeigefinger im Wechsel. Die fünfte Saite spielt der Daumen.

D↑Z↓

Picking

pick

Das Three Finger Picking (pick engl. für Herauspicken) beschreibt das Anreißen der Saiten mit Dau-men, Zeigefinger und Mittelfinger im Zusammenspiel mit der Greif-hand. Die Melodie wird in ein kontinuierliches Fingerpicking eingebettet.

D↑Z↓M↓

GuitarPro5 – Banjotechniken